Aikido Mannheim

Über Anita Köhler

Angefangen habe ich mit Aikido 1987 in Berlin bei Ingo Beardi, damals war ich eine junge Schauspielerin und auf der Suche nach dem authentischen Ausdruck. Aikido, so hieß es, sei dafür sehr hilfreich, also habe ich es ausprobiert. Ich war fasziniert von der Bewegung und blieb auch dabei, nachdem ich nach Frankfurt umgezogen war. Mein Aikido Lehrer dort war Klaus Gregor, dessen Dojo ich 1995 weiterführte.

Meine erste Begegnung mit Christian Tissier war 1990, ich war zu seinem Lehrgang nach Köln gefahren und völlig begeistert. So wollte ich auch Aikido machen, also reiste ich Ihm zunächst zu Lehrgängen hinterher und entschied mich schließlich dazu, wöchentlich nach Paris zu fahren, um von ihm ausgebildet zu werden.

Nach 7 Jahren und vielen Tausend Kilometern hatte ich meinen 4. Dan und das Gefühl, an einer Wegkreuzung angekommen zu sein. Meine Suche musste weiter gehen, auf meiner ersten Japanreise trainierte ich bei Inaba Sensei, dem Schwertmeister meines Meisters und war begeistert von der Weisheit dieses Mannes. Ich wollte mehr lernen, fuhr fortan jährlich nach Japan und lernte viel über shintoistische Philosophie und traditionelles Budo. Eines Tages kam über die Einladung eines Freundes Bruce Frantzis in mein Dojo. Ein amerikanischen Taichi, Bagua Chang Meister, der die Taoistische Wassermethode lehrt. Er unterrichtet mit unverwechselbarer Einfachheit die inneren Vorgänge jeder Kampfkust, die er als die 16 Neigong bezeichnet. Dabei arbeitet man z.B mit dem Atem, der Vorstellungskraft, der richtigen Haltung, Öffnen und Schließen, der inneren Muskulatur. Meine Chinareise hat mich zu Meister Lui Jin Ru geführt. Er unterrichtet Cheng Style Bagua Chang und von seinem Schüler Kong Cheng lerne ich nun diese Kampfkunst.

 

Ein paar Zahlen

1994 Gründung der Aikido Dojo Darmstadt GmbH

1998 Gründung des Aikido Dojo Giessen, heute Aikido Dojo Giessen e. V.

2000 Mitbegründung der Aikido Föderation Deutschland e.V., Dachverband für Aikido

2002 Gründung der Aikido Dojo Mainz e.V.

2010 Gründung des Aikido Dojo Mannheim

2014 Verleihung des 6. Dan des Aikikai Tokyo

 

2014 das Jahr des KI

Aikido bedeutet für mich eine ständige Weiterentwicklung, neue Themen neue Forschungsfelder interessieren mich, obwohl das Grundszenario das Gleiche bleibt. Ich habe für mich und meine Recherche 2011 zum Jahr des Ukemi gemacht. Das ist all das was der Angreifer im Aikido zu tun hat. Also sozusagen das halbe Training, da man ja die Hälfte der Zeit beim Aikido Üben diesen Part übernimmt. Das fängt schon an, mit einem richtigen Angriff, ein Angriff wird in diesem Zusammenhang zu einem Geschenk, denn nur wenn vom Angreifer etwas kommt, dann kann man damit auch etwas anfangen. Angstfreies Rollen oder Fallen gehört zu diesem Thema. Das spannendste für mich ist aber in diesem Zusammenhang der Kontakt im Aikido; was macht den Unterschied, wann ist derjenige der die Aikido Technik ausführt der Meinung, nun hat mein Angreifer Kontakt mit mir, oder ich mit meinem Angreifer. Wie muß sich Uke verhalten, um dieses Gefühl zu erzeugen? Ein Aspekt am Aikido, der für mich beim Training wie das Salz in der Suppe ist. Was bedeutet es denn, gutes Ukemi zu geben? Im Englischen sagt man ja übrigens gutes Ukemi zu nehmen statt zu geben, ist denn da geben seliger denn nehmen? Wenn Uke präsenter, disponibler ist, wird die Technik von Tori sich ändern, andere Dinge werden möglich. Es entsteht etwas, was für mich wertvoller ist als die Summe seiner Teile, es entsteht Aiki und davon kann ich eigentlich nie genug bekommen.


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